Unerwartet starker Saisonauftakt unserer SGW Damen

Fünf Monate liegen zwischen dem gewonnen Aufstiegsspiel Ende April und dem am vergangenen Wochenende ersten Spieltag in der Bezirksliga. In fünf Monaten kann einiges passieren. Doch was in diesen fünf Monaten passierte, damit hätte in Weiterstadt kaum einer gerechnet. Doch manchmal kommt eben alles anders…
14 Spielerinnen sind zu wenig für zwei Teams war man sich Ende der letzten Saison in der gemeinsamen Mannschaftssitzung aller Damenteams einig und so stand, gemischt aus Damen 1, Damen 2 und Jugendspielerinnen, Mitte Mai die neue Damenmannschaft zum ersten gemeinsamen Training in der Halle. Während die einen noch nie etwas von Läufer 6 gehört hatten, waren die anderen grade in die Bezirksliga aufgestiegen. Es stand eine schwere Aufgabe vor dem gesamten Team.
Der Niveauunterschied untereinander hätte größer kaum sein können. Doch die Weiterstädter Damen hielten die gesamte Vorbereitung durch. Obwohl man keine Lust mehr auf blaue Flecken hatte, ging man erneut bei Abwehrübungen auf den Boden. In den Sommerferien ging es mit Koordinationsleiter für schweißtreibende Übungen in den Sand und während Ende August draußen über 30 Grad waren, die eingeladenen Testspielgegner die Trainingsspiele absagten, absolvierten die Damen ihr Trainingslager und hatten sogar noch Spaß dabei. Einzig und allein mit dem Ziel vor Augen, am ersten Spieltag in der Bezirksliga wenigstens mithalten zu können und nicht abgeschossen zu werden.
Beim eigenen Vorbereitungsturnier zeigte sich gegen Teams aus der Bezirksliga, dass man mithalten konnte. Doch was nutzt die Tagesform bei einem Vorbereitungsturnier. Was zählt sind die Punkte in der Saison. Hier entscheidet sich, ob man die Klasse halten kann, oder wieder absteigt.
Der erste Spieltag der neuen Saison begann direkt mit einem Heimspiel. Erster Gast waren die Damen vom DSW Darmstadt III. Jede Spielerin und auch der Trainer waren aufgeregt und man ging mit einer gehörigen Portion Respekt ins Spiel. Leider war bei der Auslosung das Glück nicht auf der Seite der Weiterstädterinnen und so durfte man sich direkt in der Annahme beweisen. Dies gelang hervorragend und man holte direkt den ersten Punkt des Spiels. Mit einer kleinen Angabeserie von Vanessa Amann konnte man sich schnell 5:0 absetzen. Langsam löste sich die Anspannung bei den Weiterstädter Damen mehr und mehr. Über 7:5, 12:9, 18:16 konnte man die kleine Führung immer aufrecht halten und am Ende mit 25:22 den Satz gewinnen. Man konnte nicht nur mitspielen, sondern einen Satz gewinnen. Die Freude war riesig und jede hatte Lust auf mehr.
Der zweite Satz verlief bis zum Stande von 7:5 ausgeglichen. Darmstadt hatte dann eine starke Phase bei der Angabe, oder Weiterstadt eine sehr schwache Annahme. Je nachdem aus welchem Blickwinkel man es sehen will. Schnell lag man 7:10 hinten und kurze Zeit später 8:16. Der richtige Zeitpunkt um Kräfte zu sparen und auch mal die Bank spielen zu lassen, dachte sich Trainer Alex Strübig. Wenig später war der Satz mit 12:25 verloren.
Jedem war klar, dass Satz 3 nicht so weitergehen durfte. Das ging er auch nicht. Es wurde wieder spannender. Weiterstadt konnte mit 5:2 in Führung gehen, doch Darmstadt setzte die Weiterstädter Annahme immer wieder mit guten Angaben unter Druck und auch die gegnerischen Angriffe schlugen immer wieder im Feld der Heimmannschaft ein. Beim Stande von 8:6 musste die erste Auszeit genommen werden. Doch es half nichts. Darmstadt hatte scheinbar ins Spiel gefunden und spielte nun stark auf. Weiterstadt versuchte dagegen zu halten, doch beim Stande von 10:13 musste die zweite Auszeit her. Taktische Spielerwechsel störten das Spiel der Gäste zumindest so, dass sie sich nicht noch weiter absetzen konnten doch am Ende ging der Satz mit 22:25 an Darmstadt.
Nun lag die Hoffnung im Erreichen des Tiebreaks, um den ersten Punkt in der neuen Saison zu holen. Man merkte, dass man mitspielen konnte und mit ein wenig mehr Konzentration und Einsatz war auch noch ein weiterer Satzgewinn drin. Mit dieser Einstellung gingen die Weiterstädterinnen in den vierten Satz. Es wurde um jeden Ball gekämpft und beim Stande von 9:7 gelang es mit zwei guten Angabeserien von Vanessa Amann sowie Jessica Zachmann sich deutlich auf 18:10 abzusetzen. Nun hatte wohl auch Darmstadts Trainer den Plan Kräfte für den nahenden Tiebreak zu sparen und  Spielerinnen von der Bank einzusetzen. So ging der Satz am Ende recht entspannt mit 25:14 an Weiterstadt.
Es war geschafft. Punktlos würde man die Saison nicht beenden. Es entwickelte sich ein spannender Tiebreak mit dem besseren Ende für Darmstadt. 13:15 verlor Weiterstadt denkbar knapp zwar den Tiebreak und somit auch das Spiel, doch man gewann die Erkenntnis, dass man mithalten konnte und die harte Vorbereitung sich lohnte.
Noch ziemlich platt vom ersten Spiel musste man eine Stunde später wieder aufs Feld. Zweiter Gast an diesem Tag war SKV Mörfelden II. Hier sollte ebenfalls eine gute Leistung gezeigt werden.
Mit einer guten Aufschlagserie setzte man sich, wie im Spiel zuvor, schnell auf 6:1 ab. Mörfelden hatte nicht so ein starkes Angriffsspiel wie Darmstadt, doch genau das machte den Weiterstädterinnen nun das Leben schwer. Viele gelegte Bälle konnten nicht aufgespielt werden und brachten dem Gegner einige Punkte. Am Ende reichte es aber dennoch zum 25:20 Satzgewinn.
Vor dem zweiten Satz war man sich sicher. Hier sollte nun der erste Sieg her. Man spielte gefühlt besser als Mörfelden, doch irgendwie wollte es nicht so recht gelingen mit dem zweiten Satzgewinn. Man konnte ein typisches Volleyballphänomen beobachten. Während man sich im ersten Spiel den starken Gästen aus Darmstadt anpasste und ebenfalls stark spielte, passte man sich nun dem unkonventionellen Spiel der Gäste aus Mörfelden an und spielte viel schlechter als im ersten Spiel. Auch, dass die eigene Angabe immer wieder auf den starken gegnerischen Libero gespielt wurde, machte die Sache nicht leichter. So ging der zweite Satz verdient mit 18:25 verloren.
In Satz drei besann man sich nochmal auf seine Stärken und versuchte dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Dies gelang auch sehr gut. Ungefährdet und mit einer sehr starken Angabeserie von 11 Punkten durch Vanessa Trautmann gewann man den Satz mit 25:12.
Jetzt sollte auch der Sieg her. Man spürte, dass man besser war und man fühlte sich noch fit genug. Zumindest war dies bei den Außenangreiferinnen der Fall. Diese bekamen über beide Spiele hinweg immer wieder Auszeiten durch den Einsatz des neuen Liberos Sewit Meles-Neguse aus der Weiterstädter Jugend. Ein Teil der Integration der jungen, neuen Spielerinnen wurde hier den kompletten Spieltag erfolgreich umgesetzt. Im Zuspiel merkte man Kim Görich die bis dahin acht gespielten Sätze aber deutlich an. Die Bälle wurden ungenauer und die Angriffe konnten nicht mehr mit der nötigen Härte durchgeführt werden. Beim Stande von 13:13 musste ein Wechsel auf der Zuspielposition her, um sie Kräfte sammeln zu lassen. Nach einem Jahr Babypause kam nun Daniela Schneider zu Ihrem Einsatz. Sie verteilte die Bälle, als wäre sie nie weggewesen und so konnte der Satz 25:17 und das Spiel verdient 3:1 gewonnen werden.
Hätte vor fünf Monaten jemand gesagt, dass die Weiterstädterinnen am ersten Spieltag in der höheren Spielklasse direkt vier Punkte holen, man hätte ihn wohl für verrückt erklärt. Doch es ist tatsächlich so. Das Team ist in der Bezirksliga angekommen und motiviert gegen TUS Griesheim II nächstes Wochenende nachzulegen. Vergangene Saison gingen beide Spiele verloren. Doch das war einmal, seitdem hat sich in Weiterstadt vieles geändert…